Altersvorsorge
Inflation: der stille Gegner Ihrer Rente
Inflation entwertet Geld schleichend: Was heute 1.000 € kauft, kostet in einigen Jahrzehnten deutlich mehr. Für die Altersvorsorge ist das entscheidend – nur wer real (nach Inflation) rechnet und einen wachstumsorientierten Teil im Depot hält, erhält seine Kaufkraft.
Aktualisiert am 23. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
Wie Inflation die Kaufkraft frisst
Inflation bedeutet, dass die Preise im Durchschnitt steigen – Ihr Geld kauft mit der Zeit weniger. Das klingt harmlos, wirkt über lange Zeiträume aber gewaltig. Die folgende Grafik zeigt, wie viel Kaufkraft von heute 1.000 € bei verschiedenen Inflationsraten übrig bleibt:
Die Faustregel 70
Teilen Sie 70 durch die Inflationsrate, erhalten Sie ungefähr die Jahre, in denen sich die Kaufkraft halbiert. Bei 2 % sind das rund 35 Jahre, bei 3 % nur etwa 23 Jahre.
Warum Sie real rechnen sollten
Eine Rente oder ein Vermögen von „100.000 €“ in 30 Jahren klingt nach viel – ist aber real deutlich weniger wert als heute. Für die Altersvorsorge sollten Sie deshalb in heutiger Kaufkraft denken: Wie viel Geld brauche ich in heutigen Euro, und wie viel muss ich dafür ansparen? Auch die Renteninformation nennt oft nominale Beträge, die real weniger bedeuten.
Wie Sie sich schützen
Der beste Schutz gegen Inflation ist ein produktiver Sachwertanteil – vor allem breit gestreute Aktien-ETFs. Unternehmen können Preissteigerungen an ihre Kunden weitergeben, ihre Gewinne wachsen tendenziell mit der Inflation. Reines Geldvermögen (Tages-/Festgeld) verliert dagegen real, wenn der Zins die Inflation nicht schlägt – wichtig nur als kurzfristige Reserve.
„Sicher“ ist nicht risikolos
Geld auf dem Konto fühlt sich sicher an, verliert aber real garantiert an Wert, solange die Inflation über dem Zins liegt. Über Jahrzehnte ist Nichtstun daher oft riskanter als ein breit gestreutes Depot.
Häufige Fragen
Quellen
- [1]Inflation und Geldanlage – Deutsche Bundesbank (2024)
- [2]Kaufkraft und Altersvorsorge – Stiftung Warentest / Finanztest (2024)