Entsparen: Vom Vermögen leben
Cashreserve: der Puffer für den Ruhestand
Eine Cashreserve aus mehreren Jahresausgaben ist die einfachste Versicherung gegen das Crash-Risiko im Ruhestand. Sie erlaubt, schwache Börsenjahre auszusitzen, ohne Aktien im Tief verkaufen zu müssen – und macht die Entnahme spürbar ruhiger.
Aktualisiert am 22. Juli 2026 · 6 Min. Lesezeit
Warum ein Cashpuffer?
Das größte Risiko der Entnahmephase ist, in einem Crash Aktien zu niedrigen Kursen verkaufen zu müssen. Genau das verhindert die Cashreserve: Sinkt die Börse, decken Sie Ihre Ausgaben eine Zeit lang aus dem sicheren Puffer und geben den Aktien Zeit, sich zu erholen. In guten Jahren füllen Sie die Reserve wieder auf.
Wie groß sollte die Reserve sein?
Als Faustregel gelten zwei bis fünf Jahresausgaben. Mehr Puffer bedeutet mehr Ruhe in Krisen – kostet aber langfristig Rendite, weil dieses Geld nicht investiert ist und von der Inflation entwertet wird. Die richtige Größe hängt von Ihrer Nervenstärke und den sonstigen sicheren Einkünften (Rente, Mieteinnahmen) ab.
| Puffergröße | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| ~2 Jahresausgaben | wenig Renditeverzicht | in langen Krisen knapp |
| ~3–4 Jahresausgaben | guter Kompromiss | moderater Renditeverzicht |
| ~5+ Jahresausgaben | sehr ruhig in Krisen | spürbarer Renditeverzicht |
Die Eimer-Strategie (Bucket-Ansatz)
Ein anschauliches Modell teilt das Vermögen in drei „Eimer“ nach Zeithorizont:
- Eimer 1 – kurzfristig (0–3 Jahre): Tages-/Festgeld, deckt die laufenden Ausgaben.
- Eimer 2 – mittelfristig (3–10 Jahre): defensiver, z. B. Anleihen-Anteil.
- Eimer 3 – langfristig (10+ Jahre): breit gestreute Aktien-ETFs für das Wachstum.
Entnommen wird aus Eimer 1; er wird in guten Jahren aus den hinteren Eimern nachgefüllt. Das strukturiert die Verkaufsreihenfolge automatisch.
Wo parken?
Die Reserve gehört auf sicheres, verfügbares Tages- oder Festgeld – nicht in schwankende Anlagen. Eine Festgeld-Treppe (Beträge mit gestaffelter Fälligkeit) verbindet Verfügbarkeit mit etwas mehr Zins.
Häufige Fragen
Quellen
- [1]Liquiditätspuffer im Ruhestand – Stiftung Warentest / Finanztest (2024)
- [2]Tages- und Festgeld als Reserve – Finanztip (2024)