Immobilie verkaufen – und den Erlös klug nutzen
Teilverkauf, Leibrente und Umkehrhypothek
Diese Modelle versprechen Geld aus der Immobilie, ohne auszuziehen. Das klingt verlockend – ist aber meist deutlich teurer als ein normaler Verkauf. Wer die Kosten und Risiken kennt, kann realistisch abwägen, ob und für wen sie sich eignen.
Aktualisiert am 20. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit
Vorsicht: teure Bequemlichkeit
Diese Modelle werden intensiv beworben. Verbraucherschützer bewerten sie überwiegend kritisch, weil sie deutlich teurer sind als ein regulärer Verkauf. Prüfen Sie jedes Angebot genau und lassen Sie sich unabhängig beraten.
Teilverkauf
Sie verkaufen einen Anteil (meist bis 50 %) an einen Anbieter und behalten ein Nießbrauchrecht – Sie wohnen weiter. Für den verkauften Anteil zahlen Sie jedoch ein laufendes Nutzungsentgelt (oft 3–6 % p.a. auf den verkauften Wert). Beim späteren Gesamtverkauf kommen häufig zusätzliche Gebühren hinzu. In Summe ist das oft sehr teuer.
Leibrente
Sie verkaufen die Immobilie und erhalten im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht plus eine monatliche Rente (Zeit- oder Leibrente). Die Höhe richtet sich nach Immobilienwert, Alter und statistischer Lebenserwartung. Vorteil: planbares Einkommen und Wohnenbleiben. Nachteil: Der Gegenwert liegt spürbar unter dem Marktwert, und die Immobilie fällt aus dem Erbe.
Umkehrhypothek
Bei der Umkehrhypothek (Immobilienverzehrkredit) nehmen Sie einen Kredit auf, den Sie zu Lebzeiten nicht tilgen; er wird später aus dem Verkaufserlös beglichen. Sie bleiben Eigentümer und wohnen weiter. Die Zinsen und die vorsichtige Beleihung machen das Modell in Deutschland allerdings oft unattraktiv.
| Merkmal | Teilverkauf | Leibrente | Umkehrhypothek |
|---|---|---|---|
| Eigentum | teilweise abgegeben | abgegeben | bleibt bei Ihnen |
| Wohnrecht | ja (Nießbrauch) | ja | ja |
| Auszahlung | einmalig (Anteil) | Rente (+ ggf. Einmalbetrag) | Kredit |
| Laufende Kosten | Nutzungsentgelt | keine | Zinsen (aufgeschoben) |
| Kostenniveau | hoch | mittel–hoch | hoch |
Für wen kommen sie infrage?
Diese Modelle können passen, wenn das Wohnenbleiben absolute Priorität hat und kein Umzug infrage kommt. Rein finanziell schneidet fast immer der normale [Verkauf](/wissen/immobilienverkauf/verkauf-im-alter) besser ab – kombiniert mit einer Mietwohnung oder einer kleineren Eigentumswohnung und einem Entnahmeplan für den Erlös.
Häufige Fragen
Quellen
- [1]Teilverkauf, Leibrente & Co. im Test – Stiftung Warentest / Finanztest (2024)
- [2]Immobilienverzehr-Produkte – Verbrauchertipps – Verbraucherzentrale (2024)